Aktueller Bezug

 

100 Jahre Montessori-Pädagogik! Ist diese Pädagogik noch zeitgemäß? Die Antwort lautet: Ja! 

 

Wie Professor Klein (2005) in seinem Artikel: „Montessori und Gehirnforschung“ nachweist, bestehen „zwischen den Aussagen Montessoris zur kindlichen Entwicklung und den Ergebnissen der modernen Gehirnforschung. Ähnlichkeiten und Parallelen, die zum Teil erstaunlich sind, die als Bestätigung der Erkenntnisse Montessoris gewertet werden können und die sie z.T. auch ergänzen.“ Was Montessori durch genaue Beobachtung und geniale Interpretation herausgefunden hat, wird heute durch Computertomografie (CT), Positronenemissionstomografie (PET) und durch die Magnetresonanztomografie (MRT) zum Großteil bestätigt. 

 

So erkennt der Ulmer Psychiater und Hirnforscher Manfred Spitzer ähnliche Phänomene wie Maria Montessori sie vor einem Jahrhundert bereits beschrieben hat. Beispielsweise bezeichnet Montessori die Art und Weise, wie 0-6 jährige Kinder die Wirklichkeit in sich aufnehmen und dabei lernen als „absorbierend“. Sie meint, das Kleinkind sauge die Welt in sich auf wie ein Schwamm. M. Spitzer nennt das menschliche Gehirn einen effektiven „Informationsstaubsauger“, das gar nicht anders könne, als alles Wichtige um es herum aufzunehmen und effektiv zu verarbeiten. Ein weiteres Beispiel bezieht sich auf die „Sensiblen Perioden“ und die „Polarisation der Aufmerksamkeit“. Montessori schreibt dazu: „Das Kind macht seine Erwerbungen in seinen Empfänglichkeitsperioden. Diese sind einem Scheinwerfer vergleichbar, der einen bestimmten Bezirk des Inneren taghell erleuchtet...“

 

In der Gehirnforschung werden zwei Arten von Aufmerksamkeit unterschieden: Im Gegensatz zur „allgemeine Wachheit“ gilt die „selektive Aufmerksamkeit“ nur einem bestimmten Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Ihre Funktion wird mit einem Scheinwerfer verglichen, der im Feld des Bewusstseins bestimmte Dinge heller macht, wobei gleichzeitig andere Sachverhalte ausgeblendet werden.

 

Viele weitere Beispiele, auch aus den Veröffentlichung des Gehirnforschers Wolf Singer und des Psychologen und Familienforscher Hartmut Kasten, könnten angereiht werden.  

So kommt Prof. Klein (2002) bei der Frage, ist Montessori-Pädagogik noch zeitgemäß, zu dem Schluss: „...man könnte auch sagen, die Gehirnforschung hat nun auch gefunden, was Montessori schon erkannt hatte.“

Anhand exemplarischer Ziele wird im Folgenden die praktische Umsetzung der Montessori-Pädagogik im Kinderhausalltag beschrieben.